Klassen bilden: Zahlen in Gruppen teilen
Kurz
Unter „Daten bearbeiten“ → „Umkodieren“ → „Klassen bilden“ teilt Statable eine Zahlenspalte in geordnete Klassen. Das Ergebnis kommt in eine neue Spalte; die alte bleibt unverändert. Vor dem Anwenden zeigt die Vorschau jede Klasse mit Grenzen, Zahl der Fälle und Anteil.
Drei Arten
- Gleich breit: Die Spanne vom kleinsten bis zum größten Wert wird in gleich breite Stücke geteilt. Die äußeren Grenzen sind genau der kleinste und der größte Wert (R verschiebt sie bei cut(x, k) um 0,1 %).
- Gleich viele Personen: Die Grenzen sind Quantile, bei 4 Klassen die Quartile. Statable nimmt die Quantil-Regel Typ 6 wie PSPP, SPSS und die Verteilungskarte (nicht Typ 7 wie die Voreinstellung von R). So stimmt eine Klassengrenze mit der Quartil-Zeile der Verteilung überein.
- Eigene Grenzen: zum Beispiel 18 und 25. Mit offenen Rändern entstehen eine Klasse mehr als Grenzen („bis 18“, „über 18 bis 25“, „über 25“).
Wohin gehört ein Wert genau auf der Grenze?
Voreinstellung: zur unteren Klasse („bis 18“; die erste Klasse schließt den kleinsten Wert ein). Das entspricht R (cut), der Voreinstellung von SPSS Visual Binning und dem Baustein „In Gruppen teilen“ (bis Median). Umschaltbar auf die obere Klasse („18 bis unter 25“), wie es in der amtlichen Statistik üblich ist; dann schließt die letzte Klasse den größten Wert ein. Die Regel steht in jeder Beschriftung, und die Vorschau nennt, wie viele Fälle genau auf einer Grenze liegen. Bei ganzen Zahlen wie dem Alter in Jahren heißt „über 18 bis 25“ 19 bis 25; Statable beschriftet aber mit den Grenzen und erfindet keine Zahlen.
Was Statable abfängt
- Viele gleiche Werte: Fallen Quantile zusammen, bildet Statable weniger Klassen und sagt es („Statable bildet 3 statt 4 Klassen“). Es entstehen nie leere oder doppelt beschriftete Klassen.
- Leere Zellen und Werte, die als „keine Angabe“ gelten, bleiben leer und gehen weder in die Grenzen noch in eine Klasse ein.
- Dezimalfehler: 0,1 + 0,2 ist im Rechner 0,30000000000000004; ein Vergleich mit 0,3 gelingt trotzdem, weil Statable mit einer Toleranz von 10⁻¹² an der Grenze arbeitet.
- Die neue Spalte ist ordinal und trägt die Beschriftungen als Wertelabels.
Warum nur mit Grund klassieren
Klassieren verschenkt Information und Teststärke: Aus einer Messung wird eine grobe Einteilung, Zusammenhänge erscheinen schwächer, und Gruppengrenzen sind oft willkürlich. Besonders der Mediansplit ist selten zu rechtfertigen (MacCallum, Zhang, Preacher & Rucker 2002, Psychological Methods 7(1), 19-40). Klassen sind sinnvoll, wenn die Fragestellung sie verlangt (Altersgruppen, ein Grenzwert aus der Literatur) oder wenn eine Tabelle gezeigt werden soll. Statable erlaubt es und weist darauf hin.
Für Fachleute
Statable erzeugt einen RECODE-Befehl (aufsteigende Bereiche, die erste passende Regel gilt, Grenzen mit Toleranz) mit FORMATS, VALUE LABELS und VARIABLE LEVEL ORDINAL. Gewichtete Quantile (mit Fallgewicht) folgen PSPP HAVERAGE. Geprüft gegen R (cut mit eigenen Grenzen, quantile type = 6) und die PSPP-Engine selbst. Quelle: Hyndman & Fan (1996), The American Statistician 50(4), 361-365 (Quantiltypen).