Wie finde ich zu jedem Fall passende Vergleichspersonen? (Fälle und Kontrollen abgleichen, Matching)
Kurz
Wie finde ich zu jedem Fall passende Vergleichspersonen? Der Daten-Assistent „Fälle und Kontrollen abgleichen“ (Daten bearbeiten) sucht zu jedem Fall (1) bis zu k Kontrollen (0), die in den gewählten Merkmalen gleich oder ähnlich sind (Matching). Es entstehen die Spalten „Gruppe“ und „Abgleich“.
So geht es in Statable
- Die Spalte mit Fall (1) und Kontrolle (0) wählen; optional Spalten, die „genau gleich sein“ müssen.
- Zahlenspalten wählen, je mit einer Toleranz: dem größten erlaubten Abstand. Bei 0 zählt nur ein gleicher Wert.
- „Kontrollen je Fall“ wählen (1 bis 5).
- „Abgleich berechnen“, das Ergebnis ansehen, dann „Neue Spalten anlegen“.
Die Regel
- Die Fälle werden in der Reihenfolge der Zeilen abgearbeitet.
- Eine Kontrolle passt, wenn sie noch nicht benutzt ist, in allen Merkmalen mit genauer Gleichheit übereinstimmt und in jeder Zahl höchstens um die Toleranz entfernt ist.
- Unter den passenden Kontrollen gewinnt die mit dem kleinsten Abstand, bei Gleichstand die in der kleinsten Zeile. Der Abstand ist die Summe der Differenzen, je durch die Toleranz geteilt; bei Toleranz 0 ist er 0.
- Eine Kontrolle wird nur einmal benutzt (ohne Zurücklegen).
- Eine Zeile mit einem fehlenden Wert in der Fall-Spalte oder in einer Abgleichsspalte nimmt nicht teil. Statable zählt solche Zeilen.
Ergebnis lesen
- Die Tabelle zeigt: Fälle gesamt, voll abgeglichen (alle k Kontrollen gefunden), teilweise abgeglichen, ohne Kontrolle, die Zahl der gefundenen Kontrollen und die Zeilen, die nicht teilnehmen.
- Zu jeder Zahlenspalte steht die standardisierte Mittelwertdifferenz davor und danach: der Unterschied der Mittelwerte von Fällen und Kontrollen, geteilt durch die gemeinsame Streuung. Davor sind alle Fälle und Kontrollen gemeint, danach nur die abgeglichenen. Ein Wert näher an 0 danach heißt: Die Gruppen sind in diesem Merkmal ähnlicher geworden.
Warnungen
- Das Verfahren ist gierig und hängt von der Reihenfolge der Zeilen ab: Es nimmt für jeden Fall der Reihe nach die nächste freie Kontrolle und sucht nicht das beste Gesamtergebnis. Eine andere Reihenfolge kann andere Paare ergeben.
- Fälle ohne Kontrolle fallen aus dem Vergleich. Das verändert, wen der Vergleich beschreibt.
- Der Abgleich gleicht nur die gewählten Merkmale an. Alles andere bleibt ungleich, und eine Ursache zeigt der Abgleich nicht.
- Die Auswertung danach muss den Abgleich berücksichtigen, zum Beispiel mit gepaarten oder bedingten Verfahren. Nur innerhalb der Gruppen zu vergleichen, die bleiben, ist kein Experiment.
- Nicht aus denselben Daten rechnen und wählen, bis es passt: Wer Toleranz und Merkmale so lange ändert, bis das Ergebnis gefällt, kann dem Ergebnis nicht mehr trauen.
Voraussetzungen und Grenzen
- Die Fall-Spalte hat die Werte 1 (Fall) und 0 (Kontrolle). Es braucht mindestens einen Fall und eine Kontrolle mit allen Angaben.
- Eine Spalte darf nur an einer Stelle vorkommen: als Fall-Spalte, als genau gleiche Spalte oder als Zahl. Ein eingestelltes Fallgewicht geht in den Abgleich nicht ein.
- Dieser Schritt steht im Protokoll der Datenänderungen.
Typische Beispiele
- Zu jeder erkrankten Person (Fall) zwei Personen ohne Erkrankung (Kontrollen) mit gleichem Geschlecht und höchstens 2 Jahren Altersunterschied.
- Eine Vergleichsgruppe zu einer Fördergruppe nach Alter und Vorkenntnissen bilden.