Mehreres ankreuzen: Mehrfachantworten
Kurz
Bei „Welche Medien werden genutzt? Mehreres ankreuzen“ steht jede Option in einer eigenen Spalte (angekreuzt = 1, sonst 0). Unter „Spalten beschreiben“ lassen sich diese Spalten zu einem Set zusammenfassen; Statable schlägt Spalten wie medien_1 bis medien_6 selbst vor. Das Set steht danach in der Frage „Wie verteilt sich etwas?“ (Häufigkeiten) und in der Frage nach Gruppen („Kommt etwas in Gruppen unterschiedlich oft vor?“, als „Was wird gezählt?“).
Ergebnis lesen
- Je Option: die Anzahl der Personen, die sie genannt haben, die Prozent der Fälle (Anteil der Personen) und die Prozent der Antworten (Anteil an allen Ankreuzungen).
- Die Prozent der Fälle ergeben zusammen mehr als 100 %, weil jede Person mehrere Optionen nennen kann. Die Prozent der Antworten ergeben 100 %.
- Das Balkendiagramm zeigt die Prozent der Fälle, nach Häufigkeit sortiert; die Reihenfolge der Spalten lässt sich einstellen.
- Mit einer Gruppenspalte zeigt die Kreuztabelle Spalten-Prozente: Welcher Anteil der Fälle jeder Gruppe hat die Option genannt.
Voraussetzungen und Grenzen
- Gültig sind Fälle mit mindestens einer Ankreuzung (wie in SPSS). Wer nichts angekreuzt hat, fehlt in der Basis. „Fälle ohne Ankreuzung mitzählen“ nimmt alle auf, die zu mindestens einer Option eine Angabe haben - sinnvoll, wenn „nichts davon“ eine echte Antwort ist.
- Die Ankreuzungen derselben Person hängen zusammen. Darum rechnet Statable bei Mehrfachantworten keinen Chi-Quadrat-Test; die Unterschiede zwischen Gruppen werden in Prozentpunkten beschrieben.
- Bei weniger als 30 gültigen Fällen sind die Prozente unsicher; Statable meldet das.
- Nicht angeboten: Sets aus Spalten mit Codes („Nennung 1, 2, 3“) und das Set als Gruppenspalte.
Genutzte Medien: Fernsehen n = 24 (77,4 % der Fälle); Radio n = 17 (54,8 % der Fälle); N = 31 Fälle, 72 Antworten
Für Fachleute
Eigener Code, weil PSPP 2.1.3 MRSETS zwar liest, aber MULT RESPONSE nicht kennt und CTABLES keine Mehrfachantwort-Sets unterstützt. Gerechnet wie SPSS MULT RESPONSE bei einer Mehrfachdichotomie (Zählwert, z. B. 1): gültig ist ein Fall, wenn mindestens eine Spalte den Zählwert hat; Prozent der Fälle = Anzahl / gültige Fälle, Prozent der Antworten = Anzahl / alle Antworten. Geprüft gegen eine Rechnung in R (colSums). Auf einen Test auf Unabhängigkeit wird verzichtet: Für Mehrfachantworten sind Verfahren für marginale Unabhängigkeit nötig (Agresti und Liu 1999; Bilder und Loughin 2004, Bootstrap bzw. Rao-Scott), die Statable nicht anbietet.
Typische Beispiele
- „Welche Medien nutzen Sie?“ (mehrere ankreuzbar): Prozent der Fälle je Medium.
- Genutzte Medien nach Geschlecht: Spalten-Prozente je Gruppe.