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Risikomaße aus der Vierfeldertafel (Risikodifferenz, relatives Risiko, NNT)

Kurz

Hat eine Gruppe häufiger ein Ereignis als eine andere (erkrankt, abgebrochen, bestanden)? Bei einer Kreuztabelle mit zwei mal zwei Feldern bietet das Ergebnis „Risikomaße berechnen“ an: das Risiko je Gruppe, den Unterschied der Risiken (Risikodifferenz, RD), das Verhältnis (relatives Risiko, RR), das Odds Ratio (OR) und die NNT. Die Zahlen beschreiben den Unterschied; sie belegen keine Ursache.

Was Statable wissen muss

Ergebnis lesen

Die NNT mit Intervall: durch unendlich

Das Intervall der NNT entsteht aus den Kehrwerten der Grenzen der Risikodifferenz (Altman 1998). Liegt die 0 im Intervall der Risikodifferenz, kann es keinen Unterschied geben, und die NNT wird unendlich groß. Das Intervall geht dann durch unendlich und steht so: „NNTH 20,0 bis ∞ bis NNTB 4,0“ - gemeint ist: von einem Schaden bei 20 Personen über „kein Unterschied“ bis zu einem Nutzen bei 4 Personen. Nie als „von -20 bis 4“ lesen oder schreiben.

Leere Zellen

Ist eine Zelle der Tafel leer (Nullzelle), sind relatives Risiko und Odds Ratio nicht schätzbar. Statable korrigiert nicht still (keine Haldane-Korrektur) und sagt das. Die Risikodifferenz mit dem Intervall nach Newcombe geht auch dann.

Ergebnis berichten

Risiko (Aspirin) = ,013, Risiko (Placebo) = ,022; RD = -,009, 95 %-KI [-,013; -,006]; RR = 0,58, 95 %-KI [0,47; 0,72]; OR = 0,58, 95 %-KI [0,47; 0,71]; NNTB 110,3 (NNTB 79,8 bis 176,7)

Beispiel (Größenordnung der Physicians' Health Study 1989, Herzinfarkt bei 139 von 11 037 mit Aspirin und 239 von 11 034 mit Placebo): Das Risiko ist mit Aspirin 0,9 Prozentpunkte niedriger. Nicht kausal formulieren; die Studie war ein Experiment, die Tafel allein belegt es nicht.

Für Fachleute

Eigener Code (JavaScript), geprüft gegen R: Risiken mit Wilson-Intervall (DescTools::BinomCI), Risikodifferenz mit Newcombe-Intervall Methode 10 (DescTools::BinomDiffCI, method = "score"; epiR gibt nur das Wald-Intervall aus, PropCIs::diffscoreci ist Miettinen-Nurminen und damit ein anderes Verfahren), relatives Risiko und Odds Ratio wie epiR::epi.2by2 (Katz bzw. Woolf), NNT mit Intervall nach Altman (1998).

Quellen

Altman, D. G. (1998). Confidence intervals for the number needed to treat. BMJ, 317, 1309-1312. Newcombe, R. G. (1998). Interval estimation for the difference between independent proportions: comparison of eleven methods. Statistics in Medicine, 17, 873-890. Katz, D. u. a. (1978). Obtaining confidence intervals for the relative risk in cohort studies. Biometrics, 34, 469-474. Wilson, E. B. (1927). Probable inference, the law of succession, and statistical inference. Journal of the American Statistical Association, 22, 209-212.

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