Wie ungleich ist das Einkommen verteilt? (Armut und Ungleichheit)
Kurz
Wie ungleich ist das Einkommen verteilt, und wie viele liegen unter der Armutsschwelle? Statable nennt die Armutsgefährdungsquote (üblich sind 60 % des gewichteten Medians), das Verhältnis von oberem zu unterem Fünftel (S80/S20) und den Gini-Koeffizienten.
So geht es in Statable
- „Neue Auswertung“, dann die Karte „Wie ungleich ist das Einkommen verteilt?“ wählen.
- „Welche Spalte enthält das Einkommen?“ und „Welche Spalte enthält das Gewicht?“ (Pflicht) wählen.
- Wurde in Klumpen oder Schichten gezogen? Dann die Spalten angeben, sonst „Ohne Klumpen weiter“ und „Ohne Schichten weiter“.
- Die Standardfehler (SE) im Ergebnis berücksichtigen, wie die Stichprobe gezogen wurde.
So sieht die Tabelle aus
- Eine Spalte mit dem Einkommen. Es muss schon so vorliegen, wie es verglichen werden soll, zum Beispiel je Person nach Haushaltsgröße gewichtet (äquivalenzgewichtet). Statable rechnet keine Äquivalenzskala.
- Eine Spalte mit dem Gewicht: wie viele Personen ein Fall vertritt. Das Gewicht ist Pflicht.
- Wahlweise eine Spalte, die den Klumpen nennt (zum Beispiel den Haushalt), und eine Spalte mit der Schicht (zum Beispiel die Region). Ohne beide gilt: Die Personen wurden einzeln gezogen.
- Zeilen mit einer Lücke in Einkommen oder Gewicht werden ausgelassen, Zeilen mit Gewicht 0 gehen nicht ein; die Zahlen stehen im Ergebnis.
Ergebnis lesen
- Der Median ist der Wert, unter dem die Hälfte der gewichteten Fälle liegt. Die Armutsschwelle ist ein Anteil davon, üblich sind 60 %. Unter „Weitere Wege“ lassen sich 40, 50, 60 und 70 % wählen; die Wahl ändert nur die Quote.
- Die Armutsgefährdungsquote ist der gewichtete Anteil der Fälle mit einem Einkommen unter der Schwelle (echt kleiner).
- S80/S20: Das Einkommen des oberen Fünftels geteilt durch das Einkommen des unteren Fünftels. Bei 4 hat das obere Fünftel viermal so viel. Dafür gibt es keinen Standardfehler.
- Der Gini-Koeffizient läuft von 0 (alle haben gleich viel) bis 100 (eine Person hat alles).
- Der Standardfehler (SE) zeigt, wie stark die Zahl durch die Auswahl der Stichprobe schwanken kann. Der Standardfehler der Quote rechnet mit der festen Schwelle: Die Unsicherheit der Schwelle selbst ist nicht enthalten.
Voraussetzungen und Grenzen
- Die Quote misst relative Armutsgefährdung. Sie sagt nichts über den Lebensstandard, und sie bleibt gleich, wenn alle Einkommen im selben Verhältnis steigen.
- Der Standardfehler hängt am Entwurf der Stichprobe. In einer Beispielerhebung mit Schichten und Klumpen ist der Standardfehler des Gini 0,31; nimmt man an, die Personen seien einzeln gezogen worden, sind es nur 0,20. Ein falscher Entwurf gibt zu enge Intervalle. Statable nennt den Entwurf immer im Ergebnis.
- Standardfehler aus verschiedenen Verfahren sind nicht vergleichbar, zum Beispiel mit denen eines einfachen Bootstraps.
- Unter 200 Fällen schwanken Quote und Gini stark; Statable sagt es dazu.
- Nullen werden gemeldet und gehen überall ein. Negative Einkommen werden gemeldet und gehen in Median und Quote ein; sie sperren Gini und S80/S20, mit dem Grund. S80/S20 entfällt auch, wenn das untere Fünftel kein Einkommen hat.
Ergebnis berichten
Quote = 14,4 % (SE = 0,50, feste Schwelle), S80/S20 = 3,97, Gini = 26,49 (SE = 0,31), n = 14 827
Typische Beispiele
- Wie viele Haushalte liegen unter der Armutsschwelle?
- Wie weit liegen oberes und unteres Fünftel der Einkommen auseinander, und wie hoch ist der Gini?
Für Fachleute
R (survey) mit dem Entwurf aus Klumpen, Schichten und Gewicht. Gewichteter Median: kleinster Wert mit kumuliertem Gewichtsanteil ab 0,5, bei genau 0,5 das Mittel der beiden Nachbarn. Gini = 2 Σ w y C / (N T) - 1 mit dem kumulierten Gewicht C (Mitte der Stufe); der Standardfehler folgt aus der linearisierten Form (Einflusswerte, svytotal). Der Standardfehler der Quote ist svymean des Indikators mit fester Schwelle. Geprüft an einem Ausschnitt der EU-SILC-Beispieldaten gegen die R-Pakete laeken und convey. Der Befehl steht unter dem Ergebnis.