statable Statistik für Studium und Forschung

Fallgewicht (Häufigkeits- und Umfragegewicht)

Kurz

Ein Fallgewicht ist eine Spalte mit Zahlen, die sagt, wie stark jede Zeile zählt. Es gilt für alle Auswertungen eines Projekts. Gesetzt wird es auf der Seite „Daten“ (Knopf „Fallgewicht“); danach steht es im Kopf neben dem Projektnamen, unter jedem Ergebnis bei „Gerechnet“ und im Bericht. Ohne Chip im Kopf ist das Projekt ungewichtet.

Zwei Arten

Eine dritte Art, das Präzisionsgewicht (analytic weight, aweight) für gewichtete Kleinste Quadrate, bietet Statable nicht an. Wer sie als Häufigkeit eingibt, bekommt falsche Standardfehler.

Was Statable damit tut

Warum zwei Arten

Wer ein Umfragegewicht als Häufigkeit behandelt, bekommt Standardfehler, die von der Größe der Gewichte abhängen. Beispiel: acht Zeilen mit denselben Werten, die Gewichte einmal mal 0,25, mal 1 und mal 10 genommen. Der Mittelwert bleibt 4,33; der Standardfehler nach der Häufigkeitsformel wird 0,784, 0,347 und 0,106. Dieselben Daten, dreimal ein anderes „Ergebnis“. Darum fragt Statable immer nach der Art und rechnet Tests mit Umfragegewicht nur designbasiert.

Designeffekt und SPSS

Den Design-Effekt rechnet Statable ohne Endlichkeitskorrektur (wie R survey mit deff = "replace"). SPSS korrigiert für die Endlichkeit und zeigt etwas mehr (Beispiel apistrat: 1,210 gegen SPSS 1,250).

Gewichte aus Randverteilungen berechnen

Im Dialog „Fallgewicht“ gibt es neben „Vorhandene Spalte wählen“ den Weg „Gewichte berechnen (Raking)“: Aus bekannten Verteilungen der Grundgesamtheit (zum Beispiel Geschlecht und Altersgruppe) rechnet Statable eine neue Spalte mit Umfragegewichten. Danach kommt die Frage „einzeln gezogen“. Einzelheiten und Fallen stehen im Artikel „Gewichte berechnen (Raking)“.

Fallgewicht aus einer SPSS-Datei oder aus einem Befehl

Trägt eine .sav-Datei schon ein aktives Fallgewicht, oder wird in den Befehlen „WEIGHT BY …“ ausgeführt, fragt Statable: „Was bedeutet …?“ Die Art steht nicht in der .sav-Datei, nur der Name der Spalte. Bis zur Antwort rechnet kein Blatt. „Fallgewicht ausschalten“ führt „WEIGHT OFF.“ aus.

Was beim Setzen geprüft wird

Aggregieren

Beim Aggregieren zählt „Fälle (gewichtet)“ die Summe der Gewichte je Gruppe, „Zeilen (ungewichtet)“ die Zeilen. Mittelwert, Summe, Standardabweichung und Median sind gewichtet. Das neue Projekt mit einer Zeile je Gruppe behält das Fallgewicht nicht.

Für Fachleute

PSPP WEIGHT BY: ein ganzzahliges Gewicht w gibt dieselbe Ausgabe, als stünde der Fall w-mal da; negative und fehlende Gewichte gelten als 0; Kommagewichte werden nicht gerundet (N = 7,90 ist möglich). Quartile rechnet Statable mit Häufigkeitsgewicht wie PSPP und die Verteilungskarte (Typ 6, ALGORITHM=COMPATIBLE); bei Umfragegewichten mit auf die Zahl der Zeilen normierten Gewichten und dem Verfahren HAVERAGE von PSPP EXAMINE, damit sie nicht von der Größe der Gewichte abhängen. Die Varianz hat den Nenner Σw − 1 und ist bei Umfragegewichten nur eine Beschreibung. Effektive Stichprobengröße: (Σw)² / Σw² (Kish), Designeffekt n / n_eff. Mit einem Stichprobenplan wären Taylor-Linearisierung und Rao-Scott-Test der richtige Weg (R survey); das ist nicht Teil von Statable.

Quellen

Lumley, T. (2010). Complex Surveys: A Guide to Analysis Using R. Wiley. Kish, L. (1965). Survey Sampling. Wiley. Kish, L. (1992). Weighting for unequal Pi. Journal of Official Statistics, 8(2), 183-200. IBM SPSS Statistics, Befehl WEIGHT und Modul Complex Samples (Dokumentation). GNU PSPP 2.1.3, Handbuch, Abschnitt WEIGHT.

Verwandt

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