statable Statistik für Studium und Forschung

Messen meine Fragen dasselbe? (Faktorenanalyse, konfirmatorisch)

Kurz

Mindestens drei Fragen (Items) werden auf gemeinsame Gruppen untersucht, z. B. bei der Entwicklung eines Fragebogens. Statable rechnet dafür eine Hauptkomponentenanalyse (Eigenwert über 1, Varimax-Rotation; in SPSS die Voreinstellung der Faktorenanalyse) und zeigt, welche Frage zu welcher Komponente gehört. Neben dem Kaiser-Kriterium, das oft zu viele Komponenten nennt, steht der Vorschlag der Parallelanalyse (Horn 1965); die Zahl lässt sich in der Auswahl festlegen. Für die Frage, welche gemeinsamen Merkmale hinter den Fragen stehen, gibt es „Hauptachsen, Promax“: eine Faktorenanalyse, deren Faktoren zusammenhängen dürfen. Faustregel: mindestens 5 Personen je Frage, besser 10. Was eine Komponente inhaltlich bedeutet, entscheidet die Fachperson.

Ergebnis lesen

Hauptkomponenten sind keine Faktorenanalyse

Ich habe schon eine Vermutung (konfirmatorisch)

Wer die Gruppen vorgeben will, etwa aus einer Theorie oder einem Fragebogen, öffnet im Ergebnis „Ich habe schon eine Vermutung …“. Dort wird jede Frage einem Faktor zugeordnet (Faktoren benennen, höchstens fünf; „Aus der Faktorenanalyse übernehmen“ füllt die Zuordnung vor). Statable rechnet dann mit R (lavaan). R wird beim ersten Mal einmalig geladen (rund 30 MB), danach geht es in etwa einer Sekunde.

Passung lesen (konfirmatorisch)

Wenn R meldet, es gehe nicht

Nicht identifiziert: Jeder Faktor braucht mindestens zwei, besser drei Fragen. Negative Restvarianz oder Ladung über 1 (Heywood-Fall): oft hilft ein Faktor weniger. Keine Konvergenz: Die Zuordnung passt schlecht zu den Daten oder es sind zu wenige Personen.

CFA: χ²(24) = 85,31, p < ,001, CFI = ,93, TLI = ,90, RMSEA = ,09, 90 %-KI [,07; ,11], SRMR = ,07 (n = 301)

Hauptkomponentenanalyse mit Varimax-Rotation: 2 Komponenten mit Eigenwert > 1, zusammen 58,3 % Varianz (n = 118)

Hauptachsenanalyse mit Promax-Rotation (κ = 4): 3 Faktoren (festgelegt), zusammen 31,8 % Varianz (n = 150); Parallelanalyse: 3, Kaiser-Kriterium: 4

Für Fachleute

Explorativ: PSPP, FACTOR mit EXTRACTION=PC und ROTATION=VARIMAX (Standard) oder EXTRACTION=PAF und ROTATION=PROMAX(4) (κ = 4 wie SPSS und psych; PSPP 2.1.3 nähme ohne Angabe 5); bei Promax ordnet die Mustermatrix zu. Parallelanalyse in Statable selbst, wie psych::fa.parallel(fa = "pc"): 95. Perzentil der Eigenwerte aus 100 Zufallsdatensätzen gleicher Größe (fester Startwert); geprüft gegen R an drei Datensätzen. Konfirmatorisch: lavaan::cfa, Marker-Methode (erste Frage jedes Faktors fest), Faktoren korrelieren, jede Frage lädt auf einem Faktor. Schätzer ML (Standard) oder WLSMV für ordinale Antworten, dort skalierte Kennwerte; fehlende Werte: Personen ausgelassen oder FIML (nur ML). Geprüft gegen R: HolzingerSwineford1939 und psych::bfi. Die Schwellen sind weich; für WLSMV sind sie weniger gut belegt.

FACTOR
  /VARIABLES=item1 item2 item3 item4
  /CRITERIA=MINEIGEN(1) ITERATE(25)
  /EXTRACTION=PC
  /ROTATION=VARIMAX.

Typische Beispiele

Verwandt

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